Werner Kuhn, Kolloid-Zeitschrift 68.Band 1934, Heft 1




Angriff genommen werden, erfordert aber eine Verfeinerung derselben, insbesondere auch eine Entwicklung von weiteren Näherungen.

Im übrigen können auch die mechanisch an den Teilchen hervorgebrachten Orientierungseffekte (Dehnungsdoppelbrechung) von der Kettenlänge Z abhängig sein, wie überhaupt die Dehnungsdoppelbrechung mit einer Streckung oder teilweisen Aufrollung der Knäuel in Zusammenhang stehen wird.

Zusammenfassung.

Es werden statistische Betrachtungen angestellt betreffend die Form, welche kettenförmig gebaute Moleküle, welche in einer Lösung (oder im Gasraum) suspendiert sind, infolge der Valenzwinkelung und der freien Drehbarkeit annehmen können.

Die erhaltenen Beziehungen gelten mit kleinen Abänderungen der vorkommenden Konstanten auch für den Fall beschränkter Drehbarkeit und fest vorgegebener bis ganz "regelloser" Valenzwinkelung.

Eine besonders wahrscheinliche äußere Begrenzung des "regellos" geknäuelten Fadenmoleküls ist die eines stark verbogenen Ellipsoids, dessen Achsen sich ungefähr wie 6: 2,3:1 verhalten.

Wenn beim Aufbau des Knäuels das Eigenvolumen der einzelnen Teile des Fadens vernachlässigt wird, ergibt sich ein Knäuelvolumen, welches proportional Z1/2 (Z = Zahl der Kettenglieder) zunimmt, und damit eine spezifische Viskosität, welche ebenfalls proportional Z1/2 anwachsen würde.

Die Berücksichtigung des von den einzelnen Teilen des Fadens beanspruchten Volumens ergibt aber eine Aufweitung des Knäuels, welche das lineare Anwachsen der Viskosität mit der Gliederzahl Z wenigstens teilweise, vielleicht so gar ganz erklärt.

Versuche über die Bildungsgeschwindigkeit von Ringen mit hoher Gliederzahl sprechen ebenfalls für eine bedeutende Aufweitung der Knäuel, verbunden mit verminderter Diffusionsgeschwindigkeit der im Innern des Knäuels enthaltenen Knäuelbestandteile gegeneinander.

Es wird gezeigt, daß die geknäuelten Fadenmoleküle zu einer Eigendoppelbrechung Anlaß geben, in solcher Weise, daß diese bei niedrig molekularen Produkten merklich, bei hochmolekularen Produkten verschwindend klein wird.



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